
1926 verlegte Munzinger sein Unternehmen wieder nach Berlin, 1928 erweiterte er den Umfang seines Archivs: Zu den Biographien, der Chronik und dem Sacharchiv kam das „Sportarchiv“. 1930 zogen Archiv und Familie nach Dresden-Loschwitz, der Heimat von Cora Munzinger.
Das Jahr 1933 brachte empfindliche Veränderungen: Die Presse wurde gleichgeschaltet, zahlreiche Verlage wurden in den Pressekonzern der NSDAP eingegliedert. Das Munzinger-Archiv blieb zunächst unbehelligt, vor allem weil es der sachlichen, kommentarlosen Aussage und Berichterstattung diente. So konnte der Herausgeber seinen Dienst zunächst völlig frei halten von äußerem Einfluss – bis er 1934 in Untersuchungshaft genommen wurde. Eine Woche später wurde er ebenso plötzlich und ohne erkennbaren Grund wieder freigelassen. Im August 1936 beschlagnahmte die Polizei in Dresden dann Archivmaterial und Bibliothek. Über Bekannte im Propagandaministerium konnte Ludwig Munzinger erreichen, dass das Material zurückgegeben wurde. Munzinger blieb dann zwar unter Beobachtung und musste auf eigene Kosten einen Zensor der örtlichen Propagandaleitung beschäftigen, doch die Redaktion konnte ihre Arbeit weitgehend unbeeinflusst fortsetzen.