
| Geburtstag: | 12. Mai 1929 Budapest |
| Klassifikation: | Philosoph, Kulturwissenschaftler, Schriftsteller |
| Nation: | Ungarn |
Internationales Biographisches Archiv 08/2012 vom
Ágnes Heller wurde am 12. Mai 1929 als Tochter jüdischer Eltern in Budapest geboren und wuchs in bürgerlich-weltoffenen Familienverhältnissen auf. Während ihr als Rechtsanwalt tätiger Vater sowie zahlreiche Verwandte Opfer der Judenverfolgung während der Zeit der NS-Diktatur wurden, konnten H. selbst und ihre Mutter der Deportation entgehen. Als verfolgte Jüdin ließ sie sich nach 1945 vom historischen Optimismus und den Erlösungsgedanken des Zionismus, Marxismus und Kommunismus in Bann schlagen und trat 1947 der Kommunistischen Partei bei.
Nach dem Abitur (1947) schrieb sich H. an der Lorand-Eotvos-Universität Budapest zunächst für Physik und Chemie ein. Unter dem Eindruck einer Vorlesung von György Lukács wechselte sie jedoch das Studienfach und studierte Philosophie sowie ungarische Literatur. Sie wurde Schülerin, Assistentin und Vertraute von Lukács und von diesem 1955 promoviert.
Berufliche Laufbahn H.s Hoffnungen auf eine Neubegründung des Sozialismus in der ungarischen Revolution von 1956 zerschlugen sich; sie selbst wurde wie Lukács nach der Niederschlagung des Aufstands aus der Partei ausgeschlossen, verlor ihre Stelle an der Universität und unterrichtete ...
