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Vor 90 Jahren erschien der erste "Munzinger"

Ernst MunzingerErnst Munzinger

Vor 90 Jahren erschien der erste "Munzinger"
Am 17. März 1913 gab mein Großvater Dr. Ludwig Munzinger sen. die erste Ausgabe seines "Archivs für publizistische Arbeit" zur Post. Die gedruckten Blätter im Quartformat waren die ersten Bausteine zu einem Informationssystem, das sich über 90 Jahre einer sich dramatisch verändernden Medienwelt anzupassen wusste und auch heute seinen festen Platz darin hat.

Ludwig Munzinger sen. war Journalist und kannte die Probleme des Zeitungsredakteurs, schnell an aktuelle und verlässliche Hintergrundinformationen zu kommen. Sein Angebot, die periodisch aktualisierte Loseblattsammlung, war die Antwort auf dieses Problem und ist es in manchen Situationen bis heute geblieben. Viel wichtiger ist jedoch geworden, dem Suchenden die gewünschte Antwort präzise zu liefern, ohne ihn einem Wust von Informationen auszusetzen, den zu sichten Zeit kostet und Verwirrung stiftet.

Auch heute, 90 Jahre nach der Gründung des Munzinger-Archivs, will seine Redaktion das Wichtige, das Entscheidende, die Information, die über den Tag hinaus von Interesse bleibt, systematisch erfassen, ordnen, aufbereiten, und sie schnell und sicher jederzeit verfügbar machen. Eine Aufgabe, die vor dem Hintergrund zunehmender Informationsmengen nicht einfacher wird, aber immer wichtiger.

Ernst Munzinger






Dr. Ludwig MunzingerDr. Ludwig MunzingerHandregisterHandregister

1913

Wie es begann
Dr. Ludwig Munzinger sen., ein gebürtiger Pfälzer, hatte schon Jahre befriedigender journalistischer Arbeit bei der angesehenen Münchner "Allgemeinen Zeitung", als Chefredakteur der nationalliberalen "Badischen Landeszeitung" in Karlsruhe und als Korrespondent in London hinter sich, als er sich 1911 in Berlin an der Gründung des "Berliner Dienstes" beteiligte. Als dessen Redaktionsleiter sammelte Munzinger Erfahrung in seinem späteren Metier, denn der "Berliner Dienst" war ein Redaktionsbüro, das sich als Agentur aller jener Zeitungen verstand, die sich eine Vertretung in Berlin nicht leisten konnten oder wollten.

Differenzen mit dem Verleger ließen Munzinger Ende 1912 die Kündigung einreichen. In den ersten Wochen des Jahres 1913 entstand die Idee des Munzinger-Archivs: "für die Masse der deutschen Zeitungen die Möglichkeit zu schaffen, sich bei erschwinglichen Kosten ein Archiv zu schaffen, das ihren Schriftleitungen erlaubt, über den gesamten Stoff des abgelaufenen Tagesgeschehens, insbesondere aber auch über die Personalien der ins Licht der Öffentlichkeit tretenden Menschen rasch und zuverlässig nachschlagen zu können". Ein Werbefeldzug Anfang März 1913 stimmte zuversichtlich und am 17. März 1913 ging die erste Wochenlieferung des ersten Jahrganges des "Archivs für publizistische Arbeit" heraus.

Nach einem guten Start unterbrach der Kriegsbeginn im August 1914 das Unternehmen. Ludwig Munzinger sen. musste als Reserveoffizier an die Westfront und seine Frau Cora Munzinger vermochte nur eine Notausgabe aufrecht zu erhalten.





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