Dr. Ludwig Munzinger sen.,
ein gebürtiger Pfälzer, hatte schon Jahre befriedigender journalistischer Arbeit bei der angesehenen Münchner "Allgemeinen
Zeitung", als Chefredakteur der nationalliberalen "Badischen Landeszeitung" in Karlsruhe und als Korrespondent in London hinter
sich, als er sich 1911 in Berlin an der Gründung des "Berliner Dienstes" beteiligte. Als dessen Redaktionsleiter sammelte
Munzinger Erfahrung in seinem späteren Metier, denn der "Berliner Dienst" war ein Redaktionsbüro, das sich als Agentur aller
jener Zeitungen verstand, die sich eine Vertretung in Berlin nicht leisten konnten oder wollten.
Differenzen mit dem Verleger ließen Munzinger Ende 1912 die Kündigung einreichen. In den ersten Wochen des Jahres 1913 entstand
die Idee des Munzinger-Archivs: "für die Masse der deutschen Zeitungen die Möglichkeit zu schaffen, sich bei erschwinglichen
Kosten ein Archiv zu schaffen, das ihren Schriftleitungen erlaubt, über den gesamten Stoff des abgelaufenen Tagesgeschehens,
insbesondere aber auch über die Personalien der ins Licht der Öffentlichkeit tretenden Menschen rasch und zuverlässig nachschlagen
zu können". Ein Werbefeldzug Anfang März 1913 stimmte zuversichtlich und am 17. März 1913 ging die erste Wochenlieferung des
ersten Jahrganges des "Archivs für publizistische Arbeit" heraus.
Nach einem guten Start unterbrach der Kriegsbeginn im August 1914 das Unternehmen. Ludwig Munzinger sen. musste als Reserveoffizier an die Westfront und seine Frau Cora Munzinger vermochte nur eine Notausgabe aufrecht zu erhalten.