Im Winter 1945/1946 arbeitete der nun fast 70-jährige Ludwig Munzinger sen. am dritten beruflichen Neubeginn seines Lebens.
Er setzte auf die Tragfähigkeit seiner Idee vom Winter 1912/1913 und fand sich bestätigt. Im Frühjahr 1946 erschien die erste
Lieferung des Munzinger-Archivs nach Kriegsende. Seitdem musste keine Lieferung mehr außerplanmäßig ausfallen.
Anfang der fünfziger Jahre nahm das Archiv den Druck seiner Lieferungen in eigene Regie und druckte auf Kleinoffsetmaschinen
im eigenen Haus. Dieses traditionelle Prinzip wurde erst 2003 endgültig aufgegeben. Der Laserdruck löste es ab.
1952 wurde der Dienst "Chronik der Tagesereignisse" umgetauft in "Zeitgeschehen", 1954 die "Statistisch-Politischen Blätter"
zu einem länderkundlichen Informationswerk entwickelt, das in seiner weltumspannenden Konzeption und Aktualität bis heute
mit keiner anderen Publikation im deutschsprachigen Raum zu vergleichen ist. Die Konzeption dieses wichtigsten Produkts neben
den Munzinger-Biographien hat der Gründer noch miterlebt. Er starb 1957 mit 80 Jahren, sein Sohn
Dr. Ludwig Munzinger jun.
trat sein Erbe an.