In den fünfziger Jahren waren etwa 350 Tageszeitungen der verschiedensten Richtungen und Couleur Bezieher der Archivdienste, nachdem die alteingesessenen Verleger neben der Lizenzpresse wieder Fuß gefasst hatten. Der Schwund setzte ein mit dem Sterben der Gesinnungspresse, zuerst der direkten Parteiorgane. Ab Mitte der 60er Jahre kam es zu Fusionen und Kooperationen, die zu einem einigermaßen konsolidierten Bestand von etwa 125 "selbstständigen publizistischen Einheiten" führten. Das Munzinger-Archiv konnte solche Fusionen trotz finanzieller Einbußen verkraften, weil sich seine Erlöse an der Auflagenhöhe der Bezieher orientiert. Dennoch wurde der herkömmliche Kundenkreis zu klein. Es mussten neue Zielgruppen angesprochen werden. Munzinger-Loseblattsammlugen wurden zunehmend in wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken heimisch.
1966 verschmolzen "Zeitarchiv" und "Sacharchiv" in veränderter Konzeption zum "Zeitarchiv". Der Dienst "Gedenktage" erfuhr eine Neugestaltung. Sein goldenes Jubiläum feierte das Archiv 1963 noch im einzigen Hochhaus von Ravensburg, einem Gebäude im aufstrebenden Optimismus der Wirtschaftswunderzeit. 1970 bezog es wenige hundert Meter entfernt ein äußerlich bescheideneres Gebäude mit zweckmäßigeren Räumen.
Der biographische Teil des "Sportarchivs" wurde 1978 erweitert und 1980/1981 brachte der Verlag die Biographien von Schriftstellern und von Prominenten aus Schauspiel und Rundfunk in zwei Monographien heraus.