Ethel Mary Smyth, geboren am 23. April 1858 in Sidcup, Kent, wuchs als Tochter eines Offiziers in Sidcup und Frimley, Surrey, auf. Sie erhielt häuslichen Musikunterricht. Im Herbst 1877 begann ihr Kompositionsstudium, das sie mittels Hungerstreiks gegen den Willen ihres Vaters durchgesetzt hatte, am Leipziger Konservatorium in der Klasse von Carl Reinecke. Im Frühjahr 1878 wurde sie die erste Privatschülerin in Komposition bei Heinrich von Herzogenberg. In Leipzig lernte sie auch Brahms, Grieg und später Čajkovskij kennen. Erste kammermusikalische Werke wurden u.a. am Gewandhaus aufgeführt und bei C.F. Peters verlegt.
1890 feierte Smyth mit ihrem ersten Orchesterwerk, der Serenade D-Dur (1889), ihr Londoner Debüt. Mit der 1893 in der Royal Albert Hall uraufgeführten Messe D-Dur (1891) erreichte sie erstmals landesweite Aufmerksamkeit. Zwischen 1892 und 1906 komponierte Smyth in Zusammenarbeit mit ihrem Librettisten und Freund Henry B. Brewster drei Opern, die in Deutschland verlegt und uraufgeführt wurden: Fantasio (nach Alfred de Musset, 1892/96; UA Weimar 1898), Der Wald / The Forest (1896/1902; UA Berlin 1902) und Les Naufrageurs / Strandrecht / The Wreckers (1903–05/06; UA Leipzig 1906). Der Wald wurde im deutschen Original, als die erste Oper einer Frau, 1903 an der Metropolitan Opera in New York inszeniert. ...