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Natalia Ginzburg

Geburtstag: 14. Juli 1916
Todestag: 8. Oktober 1991
Nation: Italien

von Gilda Potente und Hansgeorg Schmidt-Bergmann



Natalia Ginzburg - Essay

Wie ein Großteil der italienischen Nachkriegsliteratur ist auch das Werk Natalia Ginzburgs von den Erfahrungen der Resistenza und des übergreifenden antifaschistischen Konsenses der ersten Nachkriegsjahre geprägt.

1919 waren ihre – ursprünglich aus Triest stammenden – Eltern von Palermo nach Turin übergesiedelt. Der Vater hatte an der Universität Palermo vergleichende Anatomie gelehrt. Natalia war die jüngste von fünf Geschwistern, drei Jungen und zwei Mädchen. Die Eltern waren unterschiedlicher religiöser Herkunft, der Vater jüdischer und die Mutter katholischer Konfession; die Kinder wurden nicht getauft und auch nicht religiös erzogen. Schon früh bildete sich bei Natalia das Gefühl aus, fremd und anders zu sein. Ein Grund dafür lag in der Entscheidung des Vaters, sie die ersten Jahre der Grundschule zu Hause absolvieren zu lassen, u. a. aus Angst vor ansteckenden Krankheiten, aber auch, um sie von den religiösen Gemeinschaften fernzuhalten. In der Erzählung “Infanzio” (Kindheit) aus der Sammlung “Nie sollst Du mich befragen” (1970) wies Natalia Ginzburg später selbst auf diese Gründe hin, für ihr “sich-verschieden-Fühlen, ausgeschlossen vom sozialen Konsens”, weil sie “keine Religion hat, kein Telephon, sich altmodisch und ärmlich ...


Der Artikel über Natalia Ginzburg ist nur einer von derzeit mehr als 650 Artikeln über Leben und Werk herausragender Schriftsteller des 20. und 21. Jahrhunderts im „KLfG – Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur“ Das KLfG bietet ausführliche Biografien, verzeichnet alle Originalausgaben und sämtliche Übersetzungen ins Deutsche sowie die wichtigste Sekundärliteratur.
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