Abdelkader Hachani

algerischer Politiker

* 1956 Algier (Umgebung)

† 22. November 1999 Algier

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 07/2000

vom 7. Februar 2000 (lm)

Herkunft

Abdelkader Hachani (sprich Haschani) stammte aus einem kleinen Dorf bei Algier.

Ausbildung

Seine Schulbildung erfuhr H. auf nichtreligiösen staatlichen Schulen, bevor er in Frankreich Petrochemie studierte.

Wirken

Mitte der siebziger Jahre habe er, so bekannte er später, "die wahre Glorie des Islam" für sich entdeckt. Er tauschte seine europäische Kleidung gegen arabische aus, stoppte seinen Alkoholkonsum, warf den Elektrorasierer weg und "vergaß die französische Sprache", die er exzellent beherrschte. Bevor er 1988 als Laienprediger anerkannt wurde und damit begann, als "Diener des Glaubens" - und der Sprache des Koran ebenso mächtig wie des Küchenarabisch in den Armenvierteln - propagandistisch zu wirken, hatte er die Hadsch, die Pilgerreise nach Mekka, unternommen.

H. galt als politischer Ziehsohn von Abassi Madani, einem der historischen Chefs der Islamischen Heilsfront (Front Islamique du Salut - FIS), die bei den algerischen Kommunalwahlen im Juni 1990 mit einem Schlag die Kontrolle über 32 Provinzen und 853 Gemeinderäte gewann und in der Folgezeit, begünstigt durch eine dramatisch sich verschlechternde Wirtschaftslage, einen weiteren enormen Zulauf verzeichnete, der das Regierungssystem ...