Abdullatif M. el- Boghdadi

Politiker

* 20. September 1917 Schawa

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 32/1964

vom 27. Juli 1964

Wirken

Abdullatif Mahmud el-Boghdadi (auch Baghdadi geschrieben) wurde am 20. Sept. 1917 im Dorf Schawa (Provinz Dakahlia, Ägypten) geboren. Er besuchte die Mansoura-Mittelschule, die Militärschule und eine Fliegerschule in Kairo. Er war längere Zeit Lehrer an Militär Colleges, zeitweilig auch Kommandant des Kairoer Flughafens West-Nil und avancierte schließlich bis zum Oberstleutnant der Luftstreitkräfte.

In den Jahren 1948 und 1949 befehligte er eine Fliegereinheit im Palästinakrieg. Er galt damals als einer der besten Flieger seines Landes. Bald schon trat er in den Kreis der "Jungen Offiziere" um Nagib und Nasser ein, die schließlich den Sturz der Monarchie in Ägypten im Sommer 1952 herbeiführten. Danach war B. Mitglied des "Revolutions-Rats". 1953 wurde er Kriegsminister, ein Amt, das er bis 1954 innehatte. Danach leitete er das Ministerium für Angedegenheiten der Gemeinden und Dörfer. Nach der Suezkriese 1956 wurde er mit dem Wiederaufbau Port Saids, das stark gelitten hatte, betraut. Im Juli 1957 wurde B. sodann zum Vorsitzenden der Nationalversammlung gewählt.

Am 15. März 1958 ernannte Nasser B. zu einem der vier, später fünf Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Republik. In ...