Achille van Acker

belgischer Politiker; Sozialist; Ministerpräsident 1945-1946 (mit kurzer Unterbrechung) und 1954-1958; versch. Ministerämter, u. a. Arbeitsminister, Sozialminister und Wirtschaftsminister; Präsident der Abgeordnetenkammer 1961-1974

* 8. April 1898 Brügge

† 10. Juli 1975 Brügge

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 36/1975

vom 25. August 1975

Wirken

Achille van Acker wurde am 8. April 1898 in Brügge als Sohn eines Korbmachers geboren und wuchs mit 5 Geschwistern auf. Im Alter von 10 Jahren verließ er die Schule, um in verschiedenen Berufen zu arbeiten. Schließlich wurde er Hafenarbeiter. Er trat der Sozialistischen Arbeiterpartei bei und half beim Aufbau der Gewerkschaftsbewegung mit. Über das Druckerei- und Verlagswesen der Gewerkschaften gelangte A. dann zu dem Bildungsrüstzeug, das ihn zu weiterem Aufstieg in der Hierarchie der Sozialistischen Partei befähigte. 1926 wurde er Stadtverordneter von Brügge. Bereits 1927 zog er als Abgeordneter in das Parlament ein, gehörte verschiedenen Ausschüssen auf dem Gebiet der sozialen Wohlfahrt und des Arbeitswesens an und verwaltete ab 1936 die Finanzangelegenheiten der Kammer.

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien 1940 löste der damalige Parteichef Hendrik de Man die Partei auf, nachdem Vandervelde zwei Jahre zuvor gestorben und Spaak der Exilregierung nach London gefolgt war. A. blieb hingegen im Lande und zog eine illegale Widerstands-Organisation auf.

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