Adam Rapacki

polnischer Politiker; Außenminister 1956-1968; Autor des sog. "Rapacki-Plans" zur Schaffung einer internat. kontrollierten Raketen- und atomwaffenfreien Zone in Mitteleuropa; Mitgl. des Politbüros und des ZK

* 24. Dezember 1909 Zwierzyniec bei Lemberg (L'vov)/Galizien

† 10. Oktober 1970 Warschau

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 48/1970

vom 16. November 1970

Wirken

Adam Rapacki wurde am 24. Dez. 1909 in Zwierzyniec beim Lemberg (Lwow) in Galizien (heute UdSSR) geboren. Sein Vater war als Gründer des polnischen Genossenschaftswesens sehr bekannt. Nach Abschluß seines Studiums (1932) an der Warschauer Handelshochschule, wo sein Vater als Professor lehrte, besuchte er u.a. noch ein polytechnisches Institut in Mailand und lernte fließend Italienisch. Während seines Studiums war er in der sozialistischen Studentenbewegung aktiv tätig. Nach seiner Rückkehr nach Polen widmete er sich ebenfalls dem Genossenschaftswesen und wurde Leiter der agrarpolitischen Abteilung des Warschauer Institutes für Konjunkturforschung. 1939 geriet er als Reserveleutnant bis Kriegsende in deutsche Kriegsgefangenschaft.

1945 kehrte er nach Polen zurück und übernahm bald führende Positionen (Mitglied des Zentral-Komitees und anderer Komitees) in der Sozialistischen Polnischen Arbeiterpartei (PPS), die im Dez. 1948 von der Kommunistischen Partei absorbiert und zur Einheitspartei - der Vereinigten Polnischen Arbeiterpartei (PZPR) - umgeformt wurde. R. wurde wieder Mitglied des neugebildeten Zentralkomitees, außerdem Mitglied ...