Albert Grzesinski

deutscher Politiker; Sozialdemokratische Partei; preußischer Minister des Innern 1926-1930; Berliner Polizeipräsident 1925/26 und 1930-1932; Emigration 1933

* 28. Juli 1879 Treptow an der Tollense (heute Altentreptow)

† 31. Dezember 1947 New York/NY (USA)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 07/1948

vom 2. Februar 1948 , ergänzt um Meldungen bis KW 25/2022

Wirken

Albert Grzesinski wurde am 28. Juli 1879 in Treptow an der Tollense geboren. Er arbeitete zunächst als Metalldrucker, war dann vor dem ersten Weltkrieg Geschäftsführer des deutschen Metallarbeiterverbandes und seit 1913 Vorsitzender des Gewerkschaftskartells in Kassel. Dort wurde er in den Umsturztagen nach der deutschen Niederlage im November 1918 zum Vorsitzenden des Arbeiter- und Soldatenrats gewählt und im Juni 1919 von der regierenden Sozialdemokratie zur Kontrolle als Unterstaatssekretär in das damalige preußische Kriegsministerium gesetzt. In demselben Sinne erfolgte im Oktober 1919 die Ernenung G.'s zum Reichskommissar und Leiter des Reichsabwicklungsamts für Heer und Marine. Im April 1925 wurde er Polizeipräsident von Berlin und nach dem Rücktritt Severings preußischer Minister des Innern. Durch Anwendung aller ihm zu Gebote stehenden Mittel versuchte er, Preußen vollkommen zu einem republikanisch-demokratischen Staat zu machen und ging gegen Nationalsozialisten und Kommunisten scharf vor. Im Jahre 1930 trat er auf Grund von persönlichen Angriffen auf sein Famlienleben zurück. Das ...