Camille Gutt

Finanzsachverständiger

* 14. November 1884 Brüssel

† 7. Juni 1971 Brüssel

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 16/1959

vom 6. April 1959

Wirken

Camille Gutt wurde am 14. Nov. 1884 in Brüssel als Sohn elsässischer Eltern französischer Nationalität geboren. Sein Vater war Journalist. Nach dem Besuch eines humanistischen Gymnasiums studierte er Jura sowie politische und Sozialwissenschafter an der Brüsseler Universität und am Institut Solvay und erwarb den juristischen Doktorgrad. G. wurde 1906 als Rechtsanwalt in Brüssel zugelassen, war aber hauptsächlich journalistisch tätig.

Zu Kriegsbeginn 1914 meldete er sich als Freiwilliger. Im Verlauf des Krieges wurde er als Generalsekretär der belgischen Verpflegungskommission nach London geschickt. Im Aug. 1919 erfolgte seine Ernennung zum Generalsekretär der Belgischen Delegation für die Reparationskommission. 1920 wurde er Kabinettschef des damaligen Finanzministers. 1924 wurde er stellvertretender Delegierter bei der Reparationskommission, 2 Jahre später Stellvertreter des Schatzkanzlers Francqui. In dieser Stellung konnte er seine Fähigkeiten voll entwickeln und beweisen, ebenso als Mitglied der Expertenkommission,die im März 1929 in Paris zur Beratung des an Stelle des Dawes-Planes tretenden Young-Planes zusammentrat. Weiterhin wurde er anschliessend zum belgischen Unterhändler für die Mark-Verhandlungen mit Deutschland ernannt. Desgleichen verhandelte er 1931 über das Hoover-Moratorium. 3 Jahre später wurde er in öffentlicher Mission nach den USA entsandt.

Als ...