Christian Boltanski

französischer Künstler; bekannt für Installationen, die vergangene Lebenszusammenhänge rekonstruieren und die Konsumgesellschaft kritisieren; auch Fotografie, Filmarbeiten und Performances

* 6. September 1944 Paris

† 14. Juli 2021 Paris

Herkunft

Christian Marie Dominique Liberté Boltanski wurde 1944 kurz nach dem Ende der deutschen Besatzung in Paris als Sohn des Arztes Etienne Boltanski (1896-1983) geboren. Sein jüdisch-ukrainischer Vater war zum katholischen Glauben konvertiert und erzog B. katholisch. Seine Mutter Marie-Elise Ilari-Guérin stammte aus Korsika und war eine politisch linke Katholikin und Schriftstellerin, die unter dem Pseudonym Annie Lauran publizierte; sie war in ihrer Jugend an Polio erkrankt und konnte nur mit Unterstützung laufen. B.s Bruder ist der bekannte Soziologe Luc Boltanski (* 1940). Prägend auf B. wirkte sich die Vergangenheit des Vaters aus, der sich ab 1943 in Paris vor den deutschen Besatzern unter dem Fußboden der eigenen Wohnung versteckt halten musste.

Ausbildung

Die Schulausbildung schloss B. mit dem Abitur (Baccalauréat) ab. Als Künstler war er Autodidakt.

Wirken

Installationen als "Spurensicherung"

Installationen als "Spurensicherung" 1967 begann B. damit, Glasvitrinen mit Sammelsurien aus Erinnerungsstücken seiner Kindheit zu bestücken. Zu dieser Zeit entstanden auch seine ersten fotografischen Arbeiten und Filme. 1968 zeigte er in der Vorhalle des Pariser Kinos Le Ranelagh menschengroße Puppen und ...