Cyriel Verschaeve

belgischer Dichter und Kunstschriftsteller; kath. Priester; engagiert im radikal. Flügel der Fläm. Bewegung; nach dem Zweiten Weltkrieg als Kollaborateur verurteilt; Werke: Lyrik, Essays, Biographien, Dramen, u. a. "Meersymphonien", "Schönheit und Christentum", "Maria Magdalena", "Stunden der Bewunderung vor großen Kunstwerken"

* 30. April 1874 Ardooie

† 8. November 1949 Hall in Tirol (Österreich)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 24/1953

vom 1. Juni 1953

Wirken

Cyriel Verschaeve wurde am 30. Apr. 1874 in Ardooie in Westflandern geboren. Schon während seiner theologischen Studien zeigte sich bei ihm seine starke dichterische Begabung, aber auch sein Interesse für die flämisch-völkische Erneuerung. Er begann nicht unter seinem namen, sondern unter dem Pseudonym "Flanders Seemöve" das völkische Bewusstsein seiner Stammesgenossen durch Wort und Schrift zu wecken. Von 1897 bis 1911 war er Lehrer am Bischöflichen Kolleg in Thielt und kam dann als Kaplan in das abgelegene Bauerndorf Alveringhem am Yserkanal. Hier erlebte er mit seiner Gemeinde hinter der Front die schrecken und Nöte des Weltkrieges und das bewusste völkische Erwachen des Flamentums. Guido Gezelle, der grosse flandrische Lyriker und Nationaldichter, wurde auch das Vorbild V.s, bei dem seitdem sein Tun und Dichten ebenso tief in seinem Volkstum ...