Enrico de Nicola

italienischer Politiker und Jurist; Präs. der italienischen Abgeordnetenkammer 1920-1924; 1929 Senator; nach Ausrufung der Republik vorläufige italienischer Staatspräsident vom 28. Juni 1946 bis zum 11. Mai 1948 (ab 1. Jan. 1948 amtierender Staatspräsident); Präsident des italienischen Senats 1951/52; Präs. des italienischen Verfassungsgerichts 1956/57

* 9. November 1877 Neapel

† 1. Oktober 1959 Torre del Greco

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 50/1959

vom 30. November 1959

Wirken

Enrico de Nicola wurde am 9. Nov. 1877 in Neapel geboren. Von Jugend an mit Benedetto Croce befreundet, kam er vom Journalismus über den Anwaltsberuf zur Politik. Von 1909 bis 1924 war er ununterbrochen liberaler Parlamentsabgeordneter. Dem jungen Abgeordneten öffnete der damalige Ministerpräsident Giovanni Giolitte die Tür zu den Regierungsämter. Unter ihm wurde N. 1913 Unterstaatssekretär im Kolonialministerium und übte 1919 im Kabinett Orlando dieselben Funktionen im Schatzamt aus.

Von 1920 bis 1923 war N., der sich sehr schnell den Ruf eines Mannes des Ausgleichs und der Unparteilichkeit erworben hatte, bereits Präsident der Kammer. Als er sich 1923 weigerte, den vom Faschismus geforderten Eid zu leisten, mußte er zurücktreten. Trotzdem ernannte ihn König Viktor Emanuel III. im Jahre 1929 zum Senator.

Er trat politisch aber erst wieder nach dem Sturz des Faschismus hervor, Es gelang ihm ...