Erich Raeder

deutscher Großadmiral (ab 1939); Oberbefehlshaber der Kriegsmarine 1935-1943; 1946 im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess zu lebenslänglicher Haft verurteilt, 1955 entlassen

* 24. April 1876 Wandsbek

† 6. November 1960 Kiel

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 51/1960

vom 12. Dezember 1960

Wirken

Erich Raeder wurde am 24. April 1876 in Wandsbek als Sohn eines Realgymnasialdirektors geboren. Er absolvierte in Grünberg/Schlesien das Gymnasium und trat im Jahre 1894 in die kaiserliche Marine ein.

Dort nahm er 1898 als Flaggleutnant des Prinzen Heinrich von Preußen auf der "Deutschland" an dessen Besuch beim Kaiser von China teil. Von 1903-1905 besuchte er die Marineakademie. Er betätigte sich dann im Reichsmarineamt u.a. als Übersetzer ausländischer Werke über den russisch-japanischen und amerikanisch-spanischen Seekrieg.

Nach einem zweijährigen Bordkommando auf der Kaiseryacht "Hohenzollern" wurde R. 1913 Admiralstabsoffizier und später Chef des Stabes beim Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte Admiral Hipper. Als solcher nahm er führend auf den Schlachtkreuzern "Seydlitz", "Lützow" und "Moltke" an den Gefechten an der Doggerbank und im Skagerak teil. Zu Kriegsende führte R. als Fregattenkapitän den Kreuzer "Köln".

Nach Auflösung der kaiserlichen Marine wurde R. in das Reichsmarineamt berufen. Von 1920-1922 war er im Marinearchiv tätig und verfaßte ...