Ernst Deutsch

deutscher Schauspieler; emigrierte 1933, kehrte 1947 zurück; Theater u. a. in "Sohn", "Justiz", "Nathan der Weise", "Dantons Tod"; Filme u. a. "Der Golem", "Der Galeerensträfling", "Der Prozess", "Der dritte Mann"

* 16. September 1890 Prag

† 22. März 1969 Berlin

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 23/1969

vom 26. Mai 1969

Wirken

Ernst Deutsch wurde am 16. Sept. 1890 als Sohn eines Kaufmanns in Prag geboren. Während seiner Schulzeit am Prager Gymnasium freundete er sich mit Franz Werfel, Kafka, Max Brod und Willy Haas an. Er war damals auch ein befähigter Sportler. Im Tennis spielte er als Nummer sieben der österr. Rangliste. Schon früh drängte es ihn zur Bühne, und als er einmal nachts um ein Uhr auf dem Hradschin dem Regisseur des Wiener Volkstheaters Berthold Viertel die Balkonszene des Romeo vorsprach, führte dies zu seinem ersten Engagement an die Volksbühne in Wien (1914-15).

Sein weiterer Weg führte wieder nach Prag und Dresden, wo er 1916 als erster den "Sohn" seines Freundes Hasenclever spielte und damit dem Expressionismusd die Bühne erschloß. D. wurde ab 1917 zu einem "Herold des Expressionismus...