Franz Borkenau

Historiker

* 15. Dezember 1900 Wien

† 22. Mai 1957 Zürich

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 32/1957

vom 29. Juli 1957

Wirken

Franz Borkenau wurde am 15. Dez. 1900 als Sohn eines Kaufmanns in Wien geboren, besuchte dort das Schottengymnasium und studierte in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg 1914/18 in Wien und Berlin Geschichte. Im Jahre 1924 promovierte B. zum Dr. phil.

Als Student schon beschäftigte er sich im linksradikalen Sinne und rief eine sozialistische Studentengruppe ins Leben. Nach Gründung der KPD trat B. im Jahre 1921 dieser Partei bei und bekleidete in den 20er Jahren längere Zeit hindurch Funktionärsposten, wodurch er einen intimen Einblick in die Organisation des deutschen und internationalen Kommunismus erhielt. Bis 1932 arbeitete B. auch an einem Forschungsauftrag des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt/Main.

Im Jahre 1933 musste B. Deutschland verlassen und hielt sich zunächst in Frankreich und England auf. Im Jahre 1934 verfasste er eine Schrift unter dem Titel "Übergang vom feudalen zum bürgerlichen Weltbild" und ein Jahr später eine Biographie Paretos.

Nach Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges hielt sich B. auch in Spanien auf der republikanischen Seite auf, doch vollzog sich bei ihm ähnlich wie bei anderen bekannten Sozialisten angesichts der Wirklichkeit ein völliger Umschwung ...