Fritz Haber

deutscher Chemiker; Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physikalische und Elektrochemie 1912-1933; Nobelpreis für Chemie 1918 für die Entwicklung der großtechnischen Synthese von Ammoniak; Entwicklung von Giftkampfstoffen ("Vater des Giftkriegs")

* 9. Dezember 1868 Breslau

† 29. Januar 1934 Basel (Schweiz)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 50/2011

vom 13. Dezember 2011 (rw)

Herkunft

Fritz Haber wurde 1868 als Kind einer alteingesessenen jüdischen Kaufmannsfamilie in Breslau (heute Wrocław/Polen) geboren. Der Vater Siegfried führte ein Handelsgeschäft für Stoffe, Farben, Lacke und Drogen. Dass die Mutter infolge schwerer Komplikationen bei H.s Geburt nach drei Wochen verstarb, führte später zu Spannungen zwischen Vater und Sohn. H. wuchs bis zur Wiederverheiratung des Vaters, die ihm drei Halbschwestern bescherte, bei seiner Tante auf.

Ausbildung

H. besuchte das humanistische Gymnasium St. Elisabeth in Breslau, das altsprachlich und mathematisch ausgerichtet war, die Naturwissenschaften aber kaum vermittelte. Den fehlenden Chemie-Unterricht kompensierte er durch eigene Experimente im elterlichen Haus und dem eines Onkels. Nach dem Abitur (1886) und einer nach drei Monaten abgebrochenen kaufmännischen Ausbildung in Hamburg studierte H., der das väterliche Geschäft übernehmen sollte, Chemie – zunächst an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin, dann bei Robert Wilhelm Bunsen in Heidelberg (unterbrochen von dem einjährigen Militärdienst) und erneut in Berlin bei ...