Georg Dertinger

deutscher Journalistund Politiker; DDR-Außenminister (1949-1953)

* 25. Dezember 1902 Berlin

† 21. Januar 1968 Leipzig

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 26/2003

vom 16. Juni 2003 (cs), ergänzt um Meldungen bis KW 49/2005

Herkunft

Georg Dertinger war der Sohn eines Pastors. Er entstammte einer Kaufmannsfamilie.

Ausbildung

D. begeisterte sich früh für das Militär und absolvierte im Ersten Weltkrieg die preußische Kadettenanstalt in Lichterfelde bei Berlin und wurde Fahnenjunker. Nach Kriegsende und Revolution wurde die Kadettenanstalt 1918 zum Realgymnasium, wo D. 1922 das Abitur ablegte. Ein Studium in Jura und Volkswirtschaft brach er 1923 zu Gunsten des Journalismus ab.

Wirken

Zuerst durchlief D. das Volontariat bei der "Magdeburgischen Zeitung" und berichtete damals schon aus dem Berliner Reichstag. 1925 wurde er seiner nationalen Gesinnung entsprechend in Magdeburg politischer Redakteur der Bundeszeitung des "Stahlhelm", dem antirepublikanischen Bund der Frontkämpfer. Ab 1928 arbeitete er als Berliner Korrespondent für deutsche Regionalzeitungen. Politisch schloss er sich dem Flügel der rechtskonservativen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) an, der eher Distanz zu den rechtsradikal-proletarischen Nationalsozialisten hielt. Zudem pflegte D. Beziehungen zum elitär-konservativen "Herrenclub" um den Zentrum-Außenseiter Franz v. Papen sowie zum "Tatkreis" des Publizisten Hans Zehrer. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers begleitete D. ...