Georg Diederichs

dt. Politiker (Niedersachsen); SPD; 1957 Sozialminister; Ministerpräsident 1961-1970; Autor des Wahlgesetzes, mit dem 1949 der erste Bundestag gewählt wurde

* 2. September 1900 Northeim

† 19. Juni 1983 Laatzen

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 42/1983

vom 10. Oktober 1983

Wirken

Georg Diederichs stammte aus Northeim/Niedersachsen. Dort und in Goslar besuchte er das Realgymnasium. Danach studierte er in Göttingen - als Angehöriger der schlagenden Verbindung "Hercynia" - und in Rostock Pharmazie, Staats- und Wirtschaftswissenschaften. 1924 bestand er das pharmazeutische Staatsexamen, 1926 wurde er Diplom-Volkswirt und 1930 promovierte er mit einer Arbeit über Sozialversicherungen zum Dr.rer.pol.. Er begann seine Berufsarbeit als Provisor in einer Apotheke in Freienwalde/Mark Brandenburg.

D. gehörte damals ab 1926 der Deutschen Demokratischen Partei an. Weil er sich aber politisch rundum informieren wollte, hielt er auch den "Vorwärts", das sozialdemokratische Zentralorgan. Es war das einzige Exemplar, das damals von der Hautevolée der Kleinstadt Freienwalde bezogen wurde. D. wurde deshalb im feudalen "Casino"-Klub scheel angesehen. Vier Jahre später, 1930, trat D. der SPD bei. Wegen illegaler Widerstandsarbeit kam er 1935 ins Konzentrationslager Esterwege und verbrachte anschließend ein Jahr im Gefängnis. Weiterer Verfolgung entging er durch die Einberufung zum Kriegsdienst. Er war Soldat von ...