Giorgio De Chirico

italienischer Maler und Grafiker; gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter des Surrealismus; entwickelte mit Carlo Carrà die Theorie der "Pittura metafisica"; Werke u. a.: "Melancholie einer Straße", "Der Traum des Dichters", "Das Rätsel des Orakels"; Bruder von Alberto Savinio

* 10. Juli 1888 Vólos (Griechenland)

† 20. November 1978 Rom

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 02/1979

vom 1. Januar 1979 , ergänzt um Meldungen bis KW 20/2021

Wirken

Giorgio de Chirico wurde am 10. Juli 1888 in Vólos (Griechenland) als Sohn eines italienischen Eisenbahn-Ingenieurs geboren. Ch. erhielt den ersten Zeichenunterricht durch seinen Vater und besuchte ab seinem zwölften Lebensjahr die Kunstschule des Polytechnikums in Athen. 1905 starb sein Vater. Seine Mutter zog daraufhin nach München, um ihren beiden Söhnen eine gute künstlerische Ausbildung zu ermöglichen. Ab 1906 studierte er hier an der Königlichen Akademie der Künste. Sein Lehrer war Franz Stuck. Starke Anziehung übten der romantische Naturalismus Arnold Böcklins und die phantastischen Radierungen Max Klingers auf ihn aus. Er begegnete Alfred Kubin und las Nietzsche. Sein jüngerer Bruder, der sich später Alberto Savinio nannte, wurde unter diesem Namen ein bekannter Komponist und Schriftsteller.

1910 hielt sich Ch. zunächst in Italien, in ...