Gustav Hacker

fr. Landwirtschaftsminister; fr. Staatsminister

* 20. September 1900 Lubau

† 3. Juni 1979 Wiesbaden

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 43/1979

vom 15. Oktober 1979

Wirken

Gustav Hacker, kath., stammte aus Lubau, Krs. Podersam im Sudetenland und war der Sohn eines Landwirts. Er besaß also zuerst die österreichische, dann die tschechoslowakische Staatsbürger schaft und wurde Deutscher. Er legte 1918 die Reifeprüfung ab, besuchte die höhere landwirtschaftliche Landesschule in Kaaden und bildete sich dann durch Praxis auf landwirtschaftlichen Großbetrieben weiter. H. war dann als selbständiger Landwirt tätig und hat in den Jahren 1921/22 18 Monate lang in der tschechischen Armee Dienst getan.

Politisch trat H. zunächst als Mitgründer des "Bundes der Deutschen Landjugend" in der tschechoslowakischen Republik hervor, dessen Vorsitzender er zeitweilig gewesen ist. In dieser Eigenschaft gründete er westböhmische Bauernschulen. 1936 wurde er Obmann des "Bundes der Landwirte in der Tschechoslowakei", einer politischen Partei in der CSR. Damit gehörte er zu den führenden sudetendeutschen Politikern jener Jahre. Nachdem seine Partei in die von Konrad Henlein geführte Sudetendeutsche Partei im März 1938 eingegliedert worden war, wurde H. Abgeordneter im tschechoslowakischen Parlament.

Nach der Angliederung des Sudetengebiets an Deutschland war H. Vorsitzender der Deutsch/Böhmischen Rübenverwertungsgesellschaft im Sudetenland.

Während des 2. Weltkriegs ...