Gustav Radbruch

deutscher Rechtswissenschaftler und Politiker; Rechts- und Kulturphilosoph; SPD; Reichsjustizminister 1921/22 und 1923; MdR 1920-1924; u. a. Prof. in Heidelberg 1926-1933 und 1945-1948; Veröffentl. u. a.: "Einführung in die Rechtswissenschaft", "Grundzüge der Rechtsphilosophie", "Kulturlehre des Sozialismus"

* 21. November 1878 Lübeck

† 23. November 1949 Heidelberg

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 46/1949

vom 7. November 1949 , ergänzt um Meldungen bis KW 15/2006

Wirken

Gustav Radbruch wurde am 21. November 1878 in Lübeck geboren und studierte in München, Leipzig und Berlin, hier als Schüler Franz von Liszts, die Rechte. Vor Beendigung des juristischen Vorbereitungsdienstes habilitierte er sich 1903 mit einer Abhandlung über den "Handlungsbegriff im Strafrechtssystem" an der Universität Heidelberg; später wandte er sich mehr und mehr der Rechtsphilosophie zu, über deren "Grundzüge" er 1914 ein Werk erscheinen ließ (3. Auflage 1932). Seinen stärksten Erfolg hatte er vorher schon mit seiner "Einführung in die Rechtswissenschaft" (1910; 6. Auflage 1929). Im Jahre 1914 erhielt er eine außerordentliche Professur in Königsberg, nahm aber zunächst als freiwilliger Krankenpfleger, später an der Front, am ersten Weltkrieg teil.

Nach dem Krieg kam er als a.o., später o. Professor des Strafrechts nach Kiel, wo er alsbald eine ...