Hans Hartung

französisch-deutscher Maler und Grafiker; Hauptvertreter der "École de Paris"; Erfinder und Anreger des sog. "Informel"; hatte als "Altmeister der abstrakten Malerei" internationales Ansehen

* 21. September 1904 Leipzig

† 7. Dezember 1989 Antibes (n.a.A. 8. Dezember 1989 Antibes)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 04/1990

vom 15. Januar 1990 (st), ergänzt um Meldungen bis KW 31/2022

Herkunft

Hans Heinrich Ernst Hartung entstammte einer kunstbegeisterten Familie und wuchs in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Großvater und Vater waren Ärzte, der Vater aber auch autodidaktischer Maler. Seine Jugend verlebte H. in Leipzig, Basel und Dresden.

Ausbildung

In Dresden legte H. 1924 das (altsprachliche) Abitur ab. Schon als Gymnasiast hatte er intensiv zu malen begonnen, 1922 überraschte er mit ersten abstrakten Bildern, meist Aquarellen im Geist des Expressionismus. Von 1924 bis 1925 studierte er in Leipzig Kunstgeschichte und Philosophie; gleichzeitig besuchte er die Leipziger Kunstakademie, an der Horst Schulze sein Lehrer war. 1925 ging er an die Dresdner Kunstakademie zu Dorsch, Feldbauer und Kurt Wehlte. Damals machte Kandinsky tiefen Eindruck auf ihn. Zwischen 1926 und 1930 unternahm H., z.T. mit dem Fahrrad, ausgedehnte Studienreisen in verschiedene europäische Länder, die Wintermonate der Jahre 1927 bis 1929 verbrachte er jeweils in Paris, wo er ...