Hans Raupach

deutscher Osteuropaforscher; Wirtschaftswissenschaftler und Jurist; Leiter des Osteuropa-Instituts in München 1963-1975; Forschungsschwerpunkt: polit. Ökonomie in Osteuropa; Veröffentl. u. a.: "Geschichte der Sowjetwirtschaft", "Arbeitsdienst in Bulgarien", "Bismarck und die Tschechen im Jahre 1866", "Das wahre Bildnis J. S. Bachs"

* 10. April 1903 Prag

† 12. Januar 1997 München

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 15/1997

vom 31. März 1997 (st)

Herkunft

Hans Raupach, ev., entstammte einer reichsdeutschen Handwerkerfamilie und kam in Prag als deutscher Staatsangehöriger zur Welt. Sein Vater war gelernter Müller.

Ausbildung

Als Sechzehnjähriger verließ R. seine Geburtsstadt Prag und übersiedelte nach Schlesien, das ihm zur zweiten Heimat wurde. In Breslau und Berlin studierte er Jura und Volkswirtschaft. 1927 promovierte er in Breslau zum Dr. jur. Während seines nachfolgenden Gerichtsreferendariates arbeitete er zugleich als Assistent am Breslauer Osteuropa-Institut (1928-1930). Bis 1932 leitete er das Volkshochschulheim Boberhaus in Löwenberg/Schlesien. 1934 setzte er als Lincoln-Stipendiat seine Studien in den USA fort.

Wirken

Seine Hochschullaufbahn begann R. als Lehrbeauftragter an der Universität Halle. 1937 habilitierte er sich dort als Privatdozent für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Seine Habilitationsschrift "Der tschechische Frühnationalismus" gehörte zu den wenigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen jener Jahre, die nach dem Zweiten Weltkrieg ...