Hans-Heinrich Borcherdt

Neuphilologe

* 14. August 1887 Breslau

† 27. Dezember 1964 München

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 10/1965

vom 1. März 1965

Wirken

Hans Heinrich Borcherdt, ev., wurde am 14. August 1887 als Sohn eines hohen Staatsbeamten in Breslau geboren. Er studierte in Breslau, Rostock und München und promovierte 1911 zum Dr. phil.

Nach einigen Jahren als Assistent am Goethe- und Schiller Archiv in Weimar habilitierte er sich 1915 als Privatdozent an der Universität München, wo er von 1920-1941 Extraordinarius war. 1932 lehrte er als Gastprofessor an der Columbia-Universität in New York und 1934 in Athen. Von 1942-1945 wirkte er als ordentlicher Professor in Königsberg in Preußen. 1945 kehrte er als Lehrbeauftragter nach München zurück, wo er 1947 ebenfalls einen Lehrstuhl erhielt. Gleichzeitig wirkte er auch als Lehrbeauftragter an der Münchner TH. Er wurde 1953 emeritiert. In München leitete er, der vornehmlich über deutsche Sprache und Literatur sowie über Theaterwissenschaften las, auch das Münchner Institut für Theatergeschichte.

B. gehört zu den bedeutenden deutschen Neuphilologen der letzten Jahrzehnte und hat vor allem an der Münchner Universität einen großen Schülerkreis gefunden. 1951 wurde er Präsident der Internationalen Vereinigung für germanistische Sprach- und Literaturwissenschaften bei der UNESCO, deren Ehrenpräsident er seit 1955 war.

Von seinen zahlreichen Publikationen ...