Hendrik de Man

belgischer Politiker und Sozialpsychologe; (POB); zunächst Lehrtätigkeit; div. Ministerämter zwischen 1935 und 1940; Parteipräsident 1939/40; 1946 in Abwesenheit wegen Zusammenarbeit mit der deutschen Besatzung zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt

* 17. November 1885 Antwerpen

† 20. Juni 1953 bei Murten (Schweiz) (Autounfall)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 04/1954

vom 18. Januar 1954

Wirken

Hendrik de Man wurde am 17. Nov. 1885 in Antwerpen geboren. Er besuchte die Universitäten Brüssel (Naturwissenschaft), Gent (Mathematik), Leipzig und Wien (Philosophie, Nationalökonomie, Geschichte, Psychologie). Sozialist wurde er schon als Student.

Nach seiner Rückkehr aus dem Ausland (1911) wurde er Sekretär der Zentralstelle für Arbeiterbildung. Nach längerer Tätigkeit an einem belgischen Arbeiter-College war de M. dann Professor der Sozialpsychologie an der Universität Frankfurt (1922-1933), bis 1940 anschliessend dann an der Universität Brüssel. Er veröffentlichte zahlreiche Broschüren und Bücher auf seinem Fachgebiet. In seinen Werken wandte er psychologische Methoden auf Wirtschafts - und Sozialwissenschaft an. Erinnert sei nur an "Psychologie des Sozialismus" (1926), "Der Kampf um die Arbeitsfreude" (1927), "Die Sozialistische Idee" (1933) und "Der belgische Arbeitsplan" (1933).

Im März 1935 übertrug ihm Ministerpräsident van Zeeland das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Im 2. Kabinett van Zeeland vom Juni 1936 übernahm ...