Herbert Quandt

deutscher Industrieller; leitete zusammen mit seinem Bruder Harald Quandt († 1967) die Quandt-Holding, Familiengemeinschaft mit Beteiligungen an namhaften Firmen, u. a. Altana AG, BMW AG, IWKA AG, und Varta AG

* 22. Juni 1910 Pritzwalk/Prignitz

† 2. Juni 1982 Kiel

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 03/2012

vom 17. Januar 2012 (wk), ergänzt um Meldungen bis KW 48/2016

Herkunft

Herbert Quandt wurde als Sohn der früh verstorbenen Antonie Ewald († 1918) und des Gründers des Quandt-Konzerns, Günther Quandt geboren und entstammte einer alten märkischen Tuchmacherfamilie. Er hatte noch einen älteren Bruder (Hellmut; geb. 1908) und einen aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Magda Ritschel (der späteren Ehefrau von Joseph Goebbels) stammenden Halbbruder (Harald; geb. 1921). Sein Vater stieg zuerst in der Textilbranche, dann in der Kaliindustrie, bald auch in der Accumulatorenfabrikation und schließlich in der Rüstungsindustrie zum bedeutenden Großindustriellen auf. Daneben beeinflusste Günther Quandt, der sein erhebliches Wirken in der deutschen Wirtschaft dem Einblick Außenstehender weitgehend entzog, zahlreiche Unternehmungen der Berg-, Hütten- und Schwerindustrie.

Ausbildung

Wegen eines Augenleidens musste Q. schon als Zehnjähriger von der Schule genommen werden. Er erhielt stattdessen Privatunterricht und schaffte 1930 die Oberprimareife. Wegen seiner Behinderung hatte sein Vater zunächst den ältesten Sohn Hellmut als künftigen Nachfolger vorgesehen, nach ...