Hermann Axen

deutscher Politiker (DDR); SED-Politbüromitglied 1970-1989; im Dritten Reich in Auschwitz und Buchenwald inhaftiert; später Mitbegründer der FDJ; galt als der "heimliche Architekt" der DDR-Außenpolitik während der Ära Honecker

* 6. März 1916 Leipzig

† 15. Februar 1992 Berlin

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 17/1992

vom 13. April 1992 (mi), ergänzt um Meldungen bis KW 32/1999

Herkunft

Hermann Axen war der Sohn eines jüdischen Angestellten, der als KPD-Funktionär und Freund Walter Ulbrichts während des NS-Regimes verhaftet wurde und im Konzentrationslager zu Tode kam.

Ausbildung

Noch als Gymnasiast in Leipzig geriet A. mit den Nationalsozialisten in Konflikt, was ihn nicht hinderte, sich 1932 dem Kommunistischen Jugendverband (KJV) anzuschließen und, nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Jan. 1933, in der Illegalität fortzuwirken.

Wirken

Scharf überwacht, wurde A. schließlich verhaftet und am 19. Okt. 1935 in Dresden zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe verurteilt, die er in Zwickau/Sa. verbüßte. Nach der Entlassung setzte er sich nach Frankreich ab. Dort 1940 verhaftet und ins Internierungslager Vernet verbracht, lieferte ihn die Vichy-Regierung 1942 an die Gestapo aus. A. mußte die Zeit bis zur Befreiung durch die Rote Armee 1945 in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald überstehen.

In der Sowjetischen Besatzungszone gehörte der kleinwüchsige Mann, der zeitlebens die eintätowierte KZ-Häftlingsnummer ...