Inge Deutschkron

deutsch-israelische Journalistin und Schriftstellerin; überlebte die Verfolgung durch die Nationalsozialisten in Berlin; Werke u. a.: "Israel und die Deutschen", "Ich trug den gelben Stern", "Emigranto", "Offene Antworten"

* 23. August 1922 Finsterwalde

† 9. März 2022 Berlin

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Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 20/2022

vom 17. Mai 2022 (hr)

Herkunft

Inge Deutschkron wurde 1922 im brandenburgischen Finsterwalde geboren. 1927 zog die Familie nach Berlin in den Prenzlauer Berg. 1933, mit elf Jahren, erfuhr sie von ihrer jüdischen Herkunft ("Die Nazis haben mich zur Jüdin gemacht", zit. n. TSP, 23.8.2017). Die Religion blieb ihr aber fremd, sie habe "eine Beziehung zum Judentum ... bis heute nicht bekommen", erklärte sie später einmal (Freitag, 7.4.1995).

Ihr Vater Martin Deutschkron war ein bekannter Reformpädagoge und promovierter Oberstudienrat für Latein, Griechisch und Französisch am Gymnasium im Wedding. Im April 1933 wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten als SPD-Mitglied aus dem Schuldienst entlassen. Bis zur ihrer Schließung durch die Nazis unterrichtete er an der Theodor-Herzl-Schule am Kaiserdamm. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gelang ihm im April 1939 die Flucht nach England. Das Geld für die Kaution in England reichte ...