Jacques Derrida

französischer Philosoph; Kulturwissenschaftler; entwickelte eine Form der Literatur- und Textkritik, die unter dem Begriff des "Dekonstruktivismus" für Furore sorgte; Veröffentl. u. a.: "Aufzeichnungen eines Blinden", "Marx' Gespenster", "Seelenstände der Psychoanalyse"

* 15. Juli 1930 El-Biar (Algerien)

† 8. Oktober 2004 Paris

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 16/2005

vom 23. April 2005 (ff), ergänzt um Meldungen bis KW 05/2018

Herkunft

Jackie Derrida (den Vornamen Jacques legte er sich erst später zu) wurde als Sohn jüdischer Eltern in El-Biar in der Nähe von Algier geboren, wo er mit seinem älteren Bruder René und seiner jüngeren Schwester Janine aufwuchs. Zwei weitere Brüder starben noch in der Kindheit.

Ausbildung

Nach einem Jahr am Lycée de Ben Aknoun musste D. im Alter von zwölf Jahren die Schule verlassen, nachdem die Einschulungsquote für jüdische Kinder von 14 auf sieben Prozent herabgesetzt worden war. Er besuchte bis 1943 das Lycée Emile-Maupas, bevor er an seine alte Schule zurückkehren konnte. D. träumte davon, professioneller Fußballspieler zu werden. 1947 fiel er durch das Baccalauréat, schaffte es 1948 am Lycée Gauthier in Algier und verbrachte noch einige Zeit mit Philosophiestudien am Lycée Bugeaud, ebenfalls Algier. Nebenbei veröffentlichte er Gedichte in kleinen nordafrikanischen Zeitungen. ...