Jerzy Grotowski

polnischer Regisseur, Schauspielpädagoge und Theaterleiter; 1959 Mitgründer des "Teatr 13 Rzedow" (später "Teatr Laboratorium"); entwickelte die Theorie des "armen Theaters"; Inszenierungen u. a.: "Faustus", "Hamlet", "Der standhafte Prinz";Veröffentl. u. a.: "Für ein armes Theater"

* 11. August 1933 Rzeszów

† 14. Januar 1999 Pontedera (Italien)

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 20/1999

vom 10. Mai 1999 (br)

Herkunft

Jerzy Grotowski war der Sohn eines Forstmeisters und Bildhauers und einer Lehrerin. Sein Bruder wurde Professor für Atomphysik an der Universität Krakau. Die Familie lebte während G.s Jugendzeit zuerst in Przemysl, während des Zweiten Weltkrieges in Nienadowka und nach dem Krieg in Rzeszów und Krakau.

Ausbildung

1951 bestand er sein Abschlußexamen an einem Krakauer Gymnasium und plante damals bereits, Theaterregisseur zu werden. Er studierte zunächst an der Staatsschule für Dramatische Kunst in Krakau bis 1955. Ein weiteres Studienjahr - 1955/1956 - verbrachte er am Zentralinstitut für Dramatische Kunst in Moskau. Er befaßte sich dort vor allem mit der Regiekunst von Konstantin Stanislawsky und Vsevolod Meyerhold. Mit einem Stipendium reiste G. zu weiteren Theaterstudien in den Jahren 1956/1957 nach China, Japan, Indien, den Mittleren Osten und Frankreich. Zurück in Krakau, ...