Johann Deisenhofer

dt. Biophysiker; Nobelpreis für Chemie 1988 zus. mit Robert Huber und Hartmut Michel für die Bestimmung der dreidimensionalen Struktur eines photosynthetischen Reaktionszentrums: Prof. am Howard Hughes Medical Institute der University of Texas in Dallas

* 30. September 1943 Zusamaltheim

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 27/2003

vom 23. Juni 2003 (ne)

Herkunft

Johann Deisenhofer wurde am 30. Sept. 1943 als Sohn eines Landwirts in Zusamaltheim (Krs. Dillingen) geboren. Er hätte eigentlich den elterlichen Hof übernehmen sollen, wählte aber die wissenschaftliche Karriere.

Ausbildung

D. besuchte das Augsburger Holbein-Gymnasium und studierte nach dem Abitur 1963 und dem Wehrdienst ab 1965 an der Technischen Universität München Physik. 1971-1974 arbeitete er bei Prof. Robert Huber am Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie in München-Martinsried an seiner Dissertation. 1987 habilitierte er sich an der TU München und folgte Anfang 1988 einem Ruf an das Howard Hughes Medical Institute der University of Texas in Dallas.

Wirken

Ab 1974 forschte D. in der von Prof. Huber geleiteten Arbeitsgruppe zur Röntgenstrukturanalyse am MPI für Biochemie an verschiedenen Projekten zu menschlichen Proteinen. Zwischen 1982 und 1985 entwickelte sich ein neuer Forschungsschwerpunkt: die Grundlagen der Photosynthese, jener Prozess, den Lebewesen seit rund drei Milliarden Jahren zum Aufbau biologischer Substanz mit Hilfe des Lichts ...