John Boyd Orr

britischer Ernährungsforscher; Generaldirektor des Ernährungs- und Landwirtschaftsamtes der UN 1945/46; Friedensnobelpreis 1949 für seinen hartnäckigen Kampf gegen menschl. Armut, Not und Krankheit; Veröffentl. u. a.: "Werden nur die Reichen satt?"

* 23. September 1880 Holland Green/Ayrshire/Schottland

† 25. Juni 1971 Newton bei Brechin/Schottland

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 36/1971

vom 30. August 1971

Wirken

John Boyd Orr wurde am 23. Sept. 1880 in Holland Green/Kilmaurs/Ayrshire in Schottland als Sohn eines Landwirts geboren. Er studierte an der Universität Glasgow Medizin und nahm am ersten Weltkrieg als Militärarzt teil. Seit 1919 wandte B. sich jedoch mehr und mehr ernährungswissenschaftlichen Problemen zu, nachdem er bereits als Student neben dem medizinischen auch den philosophischen und naturwissenschaftlichen Doktorgrad erworben hatte.

In den beiden Jahrzehnten zwischen den Kriegen betätigte sich B. als überzeugter Anwalt einer planmäßigen Ernährungswirtschaft mit staatlicher Kontrolle der Verteilung und der Preise, Beihilfe für bedürftige Verbraucherschichten usw. Als unermüdlicher Forscher wandte er sich erst den Fragen der Tierernährung und später Jenen der menschlichen Diät zu. In zäher Kleinarbeit baute er zunächst das Rowett Institut für Tierernährung in Aberdeen auf, das unter seiner Leitung (bis 1945) bald zur zentralen britischen Forschungsstelle auf diesem Gebiet wurde. B. schrieb in dieser Phase seines Lebens das Buch ...