John Rawls

amerikanischer Philosoph und Politikwissenschaftler; entwickelte eine bahnbrechend wirkende Gerechtigkeitstheorie; Prof. an der Harvard University 1962-1991; Veröffentl. u. a.: "Eine Theorie der Gerechtigkeit", "Politischer Liberalismus"

* 21. Februar 1921 Baltimore/MD

† 24. November 2002 Lexington/MA

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 43/2021

vom 26. Oktober 2021 (fl)

Herkunft

John Bordley Rawls wurde 1921 als zweites von fünf Kindern einer wohlhabenden Familie geboren und wurde im Glauben der Episkopalkirche erzogen. Sein Vater William Lee Rawls war ein erfolgreicher Anwalt. Die Mutter Anna Abell Stump Rawls hatte deutsche Vorfahren. Sie engagierte sich als Feministin und war Vorsitzende des örtlichen Frauenwahlrechtsvereins. R.s Kindheit war überschattet durch den Tod zweier jüngerer Brüder. Der eine starb 1928 an Diphtherie, der andere 1929 an Lungenentzündung. Beide hatten sich bei R. angesteckt.

Ausbildung

R. besuchte die private Calvert School in Baltimore und die berühmte episkopalische Kent School in Connecticut. 1939-1943 studierte er Philosophie an der Princeton University mit Bachelor-Abschluss. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges diente er als Soldat im pazifischen Raum. Er beendete seine Militärkarriere, nachdem er die Folgen des Atombombenabwurfs 1945 in Hiroshima gesehen hatte. 1946 setzte R. sein Philosophiestudium in Princeton fort, 1947 ging er für ein Jahr als Stipendiat an die Cornell University ...