Karl Bohnenberger

deutscher Germanist und Sprachwissenschaftler; Prof. in Tübingen; Hauptarbeitsgebiete: Orts- und Flurnamen, Mundart- und Sprachgrenzen; Begründer des württ. Flurnamenarchivs

* 26. August 1863 Riedbach bei Gerabronn

† 29. Oktober 1951 Tübingen

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 43/1963

vom 14. Oktober 1963

Wirken

Karl Bohnenberger wurde am 26. August 1863 in Riedbach bei Gerabronn in Franken geboren, stammt aber aus altem, um Württemberg hochverdienten Theologen- und Gelehrtengeschlecht. Sein Vater war Pfarrer und B. verlebte daher seine Kindheit zumeist im Pfarrhause in Flacht im Kreise Leonberg. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums studierte er Theologie und Germanistik, insbesondere Sprachwissenschaft, beeinflußt vor allem von seinen Lehrern Adalbert von Keller und Eduard Sievers, aber auch von dem Indogermanisten Roth, der ihm später die Stelle des Bibliothekars an der Bibliothek der Universität Tübingen vermittelte. B. hatte bei Sievers mit der Dissertation "Die Ortsnamen des schwäbischen Albgebietes nach ihrer Bedeutung für die Besiedlungsgeschichte" promoviert.

War damit seine weitere Entwicklung zum Germanisten schon angedeutet, so wurde er jedoch zunächst der Theologie noch nicht vollkommen abtrünnig, sondern legte seine Dienstprüfung ab und blieb bis zum Jahre 1888 im Pfarrdienst. Dann trat er die bereits erwähnte Stellung an der Universitätsbibliothek Tübingen an und rückte im Laufe der Jahre zum Direktor ...