Karl Friedrich Bonhoeffer

deutscher Chemiker; Prof. in Frankfurt/M. 1930-1934, Leipzig 1934-1947 und Berlin 1947-1949; Direktor des Instituts für Physikalische Chemie der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen 1949-1957; grundlegende Arbeiten auf dem Gebiet der Fotochemie, der Elektrochemie und der Reaktionskinetik; zus. mit Paul Hartneck gelang ihm 1929 die Zerlegung von Wasserstoff; Bruder von Dietrich Bonhoeffer

* 13. Januar 1899 Breslau

† 15. Mai 1957 Göttingen

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 22/2006

vom 3. Juni 2006 (se)

Herkunft

Karl Friedrich Bonhoeffer wurde 1899 in Breslau (heute: Wroclaw/Polen) geboren. Er war das dritte von insgesamt acht Kindern des bekannten Professors für Psychiatrie und Neurologie Karl Bonhoeffer und dessen Ehefrau Paula (geb. von Hase). Seine Mutter stammte aus einer Familie ev. Theologen. B. wuchs mit seinen Geschwistern in großbürgerlichen Verhältnissen auf. Die Familie zog 1911 nach Berlin um, weil der Vater einen Ruf auf einen Psychiatrie-Lehrstuhl der Universität Berlin erhalten hatte. Die bekannteste Persönlichkeit der durch den Widerstand gegen das NS-Regime hart geprüften Familie ist Dietrich Bonhoeffer, der 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtete Theologe und Pfarrer der Bekennenden Kirche. B.s älteste Schwester Christel (1895-1965) war mit Hans von Dohnanyi verheiratet, der die Anti-Hitler-Zelle im deutschen Geheimdienst organisierte und am 9. April 1945 von einem NS-Standgericht zum Tode verurteilt und im ...