Karl Gruber

österreichischer Diplomat und Politiker; ÖVP; unter Bundeskanzler Figl Außenminister 1945-1953 ("Gruber-de-Gasperi-Abkommen" über Südtirol); Botschafter u. a. in den USA 1954-1957 und 1969-1972; Staatssekretär im Bundeskanzleramt 1966-1969

* 3. Mai 1909 Innsbruck

† 1. Februar 1995 Innsbruck

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 18/1995

vom 24. April 1995 (lm)

Herkunft

Karl Gruber war der Sohn eines Eisenbahners aus Innsbruck.

Ausbildung

Stipendien und Beihilfen von Verwandten ermöglichten ihm den Besuch der höheren Schule und ein Elektrotechnikstudium an der Höheren Technischen Lehranstalt in seiner Heimatstadt und an der Wiener Universität. 1934 trat er in den Dienst der Postverwaltung, studierte aber noch nebenbei in Wien Jura und wurde 1936 zum Dr. jur. promoviert.

Wirken

Politisch betätigte sich G., dessen Mutter Funktionärin in der SPÖ-Landesleitung von Tirol war, zuerst als Führer in der sozialistischen Jugendorganisation der "Roten Falken". Nach dem Februaraufstand des Jahres 1934 jedoch wechselte G. in das christlich-soziale Lager ("Vaterländische Front") über.

Nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde er wegen seiner Tätigkeit in den christlichen Gewerkschaften aus dem Staatsdienst bei der Post entlassen und ging als Elektroingenieur nach Berlin zur AEG, später zu Telefunken. In Berlin fand sich G. seit 1938 mit anderen ...