Karl Vossler

deutscher Romanist; Prof. u. a. an der Ludwig-Maximilians-Universität in München 1911-1937 (Amtsenthebung durch die Nationalsozialisten); Hauptarbeitsgebiete: ital. und franz. Literaturgeschichte, Sprachphilosophie; Veröffentl. u. a.: "Italienische Literaturgeschichte", "Frankreichs Kultur", "Positivismus und Idealismus in der Sprachwissenschaft"

* 6. September 1872 Hohenheim (heute zu Stuttgart)

† 18. Mai 1949 München

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 22/1949

vom 23. Mai 1949

Wirken

Karl Vossler wurde am 6. Sept. 1872 in Hohenheim bei Stuttgart geboren, besuchte das Gymnasium in Ulm und die Universitäten Tübingen, Genf, Rom, Straßburg und Heidelberg, promovierte 1908 mit einer Dissertation über das "Madrigal in Deutschland" und habilitierte sich 1900 in Heidelberg als Privatdozent für romanische Sprachen. Im Jahre 1908 wurde er Ordinarius in Würzburg (1909-1910) und kam dann in gleicher Eigenschaft nach München. Im Juli 1937 wurde er seines Amtes enthoben. Es wirkte dabei ein Vorgang aus dem Jahre 1926 mit, wo V. bei den Feierlichkeiten aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der Universität München gegenüber randalierenden nationalsozialistischen Studenten unter Hinweis auf die Leistungen deutscher Gelehrter und Forscher jüdischer Religion nachdrücklich für die gleichberechtigte Beteiligung der jüdischen Studentenverbindungen eingetreten war.

Im März 1946 stellte sich V. trotz vorgerückten Alters erneut zur Verfügung, als an ihn der ...