Kurt Desch

deutscher Verleger; 1945 Übernahme des "Zinnen-Verlags" und Gründung des "Theaterverlags Kurt Desch"; verlegte bis zum Verkauf des Unternehmens 1973 rund 4.300 Titel deutscher und ausländischer Autoren mit einer Gesamtauflage von 41 Mio. Exemplaren

* 2. Juni 1903 Pößneck/Thüringen

† 7. November 1984 München

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 02/1985

vom 31. Dezember 1984

Wirken

Kurt Desch war der Sohn eines Thüringer Schuhmachermeisters. Er besuchte die Realschule in seiner Vaterstadt Pößneck und die Oberrealschule in Halle a.d. Saale. Er gab damals bereits eine Schülerzeitschrift heraus und publizierte eine Sammlung Gedichte seiner Kameraden. Nach Abschluß der Schule war er als Werbeleiter und Journalist bei Tageszeitungen und Zeitschriften tätig, so u.a. bei der Frankfurter Zeitung und bei dem Dortmunder Generalanzeiger. Er arbeitete weiter in verschiedenen Buch- und Zeitungsverlagen. Nach vorübergehender Verhaftung im Jahre 1933 wurde er drei Jahre später aus der "Reichsschrifttumskammer" ausgeschlossen und brachte sich u.a. mit Gelegenheitsarbeit in einer Maschinenfabrik durch.

1941 fand er schließlich wieder Anschluß an seinen früheren Beruf als Mitarbeiter im "Zinnen-Verlag" in Wien bzw. München, dessen Leitung er alsbald (inoffiziell) übernahm. Die Veröffentlichung einiger Bücher, die vom Propagandaministerium als "staatsgefährlich" bezeichnet wurden, führte jedoch 1944 zur Schließung des ...