Lidia Gueiler Tejada

bolivianische Politikerin; Übergangspräsidentin 1979/80

* 28. August 1926 Cochabamba

† 9. Mai 2011 La Paz

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 14/1981

vom 23. März 1981 , ergänzt um Meldungen bis KW 21/2011

Wirken

Lidia Gueiler Tejada wurde am 28. Aug. 1926 als Tochter eines Landbesitzers in Cochabamba geboren. Sie hatte deutsche Vorfahren. Nach der Schule absolvierte sie eine Ausbildung in Buchhaltung und Rechnungswesen. 1946 schloss sie sich der Nationalrevolutionären Bewegung (Movimiento Nacionalista Revolucionario; MNR) unter dem späteren Präsidenten Victor Paz Estenssoro an, dessen Privatsekretärin sie eine Zeitlang war. Der MNR war Träger der bürgerlich-demokratischen Revolutionsbewegung von 1952, in der L.G. als Kommandant des "Friedenskommandos" des MNR mit der Waffe in der Hand kämpfte. Nach der Revolution bekleidete sie verschiedene Posten in Partei und Regierung, u.a. war sie Staatssekretärin im Agrarministerium, Wirtschaftsreferentin in der bolivianischen Botschaft in Bonn und Repräsentantin der Interamerikanischen Frauenkommission in Washington. 1956 wurde sie erstmals in den Kongress gewählt.

Als sich der MNR spaltete und ihre Führer Victor Paz Estenssoro und Hernán Siles Zuazo eigene Parteien gründeten, bildete L.G. 1963/64 mit dem linksstehenden Gewerkschaftsführer Juan Lechin die "Revolutionäre Partei der nationalen Linken" (PRIN), von der sie sich später jedoch wieder lossagte. Nach dem Militärputsch im ...