Lutz Rathenow

deutscher Historiker, Schriftsteller und Publizist; Sächsischer Landesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR 2011-2021; Werke: Prosa, Lyrik, Glossen, Essays, Kinderbücher, Hörspiele, Dramen, u. a. "Ostberlin - die andere Seite einer Stadt", "Autorenschlachten", "Sisyphos", "Traum-Reisen", "Fortsetzung folgt"

* 22. September 1952 Jena

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 05/2022

vom 1. Februar 2022 (mo), ergänzt um Meldungen bis KW 52/2023

Herkunft

Lutz Rathenow wurde am 22. Sept. 1952 in Jena geboren, wo sein Vater Direktor der Verkehrsbetriebe war. Seine Mutter († 2003) arbeitete als Näherin. R. hat eine Schwester.

Ausbildung

Nach dem Abitur 1971 und dem Wehrdienst als Grenzsoldat bei der Nationalen Volksarmee nahm er 1973 ein Lehramtsstudium der Germanistik und Geschichte an der Jenaer Universität auf. Er war Gründer und Leiter des oppositionellen Arbeitskreises "Literatur und Lyrik Jena", der 1975 verboten wurde. Nach Protesten im Zusammenhang mit der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann (1976) wurde R. vom Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) verhaftet. Im März 1977 schloss man ihn, drei Monate vor dem Examen, wegen "Zweifeln an Grundpositionen, Objektivismus und Intellektualisieren der Probleme" vom Studium an allen Hoch- und Fachschulen der ...