M'Hamed Boucetta

marokkanischer Politiker; Generalsekretär der Istiqlal-Partei 1974-1988; fr. Justizminister; fr. Außenminister

* 23. Dezember 1925 Marrakesch

† 17. Februar 2017 Rabat

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 19/1985

vom 29. April 1985 , ergänzt um Meldungen bis KW 07/2017

Herkunft

M'Hamed Boucetta wurde 1925 in Marrakesch geboren.

Ausbildung

B. erhielt eine gute Schulbildung an der Ecole Sidi Mohamed und am Lycée Moulay Idriss in Fez. 1946 wurde er nach Paris geschickt, um an der Sorbonne und am Institut des Etudes Supérieures Rechtswissenschaften und Philosophie zu studieren. Nach Abschlussexamen kehrte er 1950 nach Marokko zurück und ließ sich als Rechtsanwalt in Casablanca nieder.

Wirken

B., der sich 15 Jahre lang aktiv für die Unabhängigkeit Marokkos eingesetzt hat, verteidigte damals vorwiegend Angeklagte, die für die Unabhängigkeit gekämpft hatten, und vertrat die Interessen der aus politischen Gründen Exilierten. Vor allem nach der Verbannung des Sultans Mohammed V. verstärkte B. den Widerstand gegen die französische Protektoratsverwaltung.

Nach schweren blutigen Unruhen gaben die Franzosen nach, worauf Sultan Mohammed im Nov. 1955 zurückkehren konnte und anschließend erstmals ein Kabinett gebildet wurde, das diesen Namen verdiente. B. übernahm nun zunächst die Leitung des Blattes "Istiqlal" (Unabhängigkeit), des Organs der von Allal El Fassi geführten großen Unabhängigkeitspartei, die zum Hauptträger der ...