Matyas Rakosi

fr. Politiker, Ministerpräsident 1952-1953

* 9. März 1892 Ada

† 5. Februar 1971 Gorki

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 12/1971

vom 15. März 1971

Wirken

Matyas Rakosi wurde am 9. (nach le Monde am 8.) März 1892 in Ada in Südungarn als Sohn einer vermögenden jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Er besuchte das Gymnasium in Budapest und studierte dann Bankwesen an der Budapester Orientalischen Akademie. 1910 trat er dem Galilei-Kreis junger Studenten bei, die für westlichen Fortschritt im feudalistischen Ungarn plädierten und ging mit einem Stipendium in den Jahren 1912 bis 1913 nach Hamburg und London. Er war dort als Bankangestellter tätig und lernte die deutsche und englische Arbeiterbewegung kennen.

Kurz vor dem ersten Weltkrieg kam er nach Ungarn zurück und wurde mit Kriegsbeginn mobilisiert. 1915 geriet er in russische Gefangenschaft, in der er während seiner Internierung im Lager Tschita in Ostsibirien mit vielen russischen Sozialisten in Verbindung kam. Nach Abschluß des Vertrages von Brest-Litowsk kam R. nach Petrograd, wo Lenin einen tiefen Eindruck auf ihn machte.

R. wurde erstmals über die Grenzen Ungarns hinaus bekannt, als er 1919 unter Bela Khun als Volkskommissar in dessen Räte-Regierung tätig war. Nach dem Sturz Khuns ging er nach Moskau. Zu Anfang der 20er Jahre kehrte er ...