Maurice Dejean

Diplomat

* 30. September 1899 Clichy

† 14. Januar 1982 Paris

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 16/1964

vom 6. April 1964

Wirken

Maurice Ernest Napoléon Dejean wurde am 30. Sept. 1899 in Clichy (Seine) als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er studierte an der Sorbonne Rechts- und Staatswissenschaften, Philosophie und Geschichte und trat darauf in den diplomatischen Dienst Frankreichs. Nachdem er zunächst im Außenministerium am Quai d'Orsay Dienst getan hatte, wurde er im Jahre 1929 als Pressereferent der französischen Botschaft in Berlin zugeteilt und behielt diesen Posten ein volles Jahrzehnt ununterbrochen bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges. Er gilt daher in der französischen und der internationalen Diplomatie als einer der besten Kenner der diplomatisch-politischen Geschichte der Jahre 1933 bis Kriegsbeginn, soweit sich die Dinge im Zeichen des "Dritten Reiches" mit Berlin als Schauplatz abspielten. So stammten die Unterlagen des bekannten französischen Gelbbuchs über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges vom Jahre 1939, das von dem letzten französischen Botschafter Coulondre und D. zusammengestellt wurde, im wesentlichen von D.

In der Folgezeit von 1939-1940 war D. dann Kabinettschef des Außenministers in den letzten Kabinetten Daladier und Reynaud. Nach dem militärischen Zusammenbruch Frankreichs im Sommer 1940 schloß sich D. General de Gaulle an und übernahm ...