Norberto Bobbio

italienischer Philosoph; Prof. für Rechtsphilosophie und für politische Philosophie in Turin; beschäftigte sich v. a. mit dem Spannungsfeld zwischen Philosophie und Politik; ab 1984 Senator auf Lebenszeit; Veröffentl. u. a.: "Die Zukunft der Demokratie", "Rechts und Links: Gründe einer politischen Unterscheidung", "Vom Alter"

* 18. Oktober 1909 Turin

† 9. Januar 2004 Turin

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 22/2004

vom 29. Mai 2004 (ff), ergänzt um Meldungen bis KW 42/2009

Herkunft

Norberto Bobbio wurde als Spross einer großbürgerlichen Familie geboren. Sein Vater war Arzt.

B. besuchte das Turiner Gymnasium Massimo d'Azeglio. Er studierte Jura und Philosophie an den Universitäten Turin und Marburg, u. a. bei dem späteren italienischen Staatspräsidenten Luigi Einaudi.

Wirken

Später lehrte B. Philosophie an den Universitäten von Camerina (1936-1938), Siena (1939-1940) und Padua (1940-1948), bevor er als Professor für Rechtsphilosophie 1948 in seine Heimatstadt Turin wechselte. 1972 übernahm er dort bis zu seiner Emeritierung 1979 den Lehrstuhl für politische Philosophie.

Selbst in einer regimefreundlichen Familie in den Jahren des Faschismus aufgewachsen, kam B. bereits als Schüler mit antifaschistischen Kreisen in Kontakt. Um studieren zu können, trat er 1927 einer faschistischen Universitäts-Gruppe bei. 1935 schloss er sich der liberal-sozialistischen Widerstandsbewegung Guistizia e Libertà an, ...