Paul van Zeeland

belgischer Staatsmann und Finanzpolitiker; Außenminister 1935/36 und 1949-1954; u. a. Präsident der Organisation der europäischen Marshallplan-Staaten (OEEC), des Europäischen Wirtschaftsrates, der Europäischen Gemeinschaft und des Außenministerrates der Mitgliedstaaten der NATO

* 11. November 1893 Soignies

† 22. September 1973 Brüssel

Internationales Biographisches Archiv – Personen aktuell 41/1973

vom 1. Oktober 1973

Wirken

Paul Guillaume van Zeeland wurde am 11. Nov. 1893 in Soignies (Belgien) geboren. Er studierte an der Universität Löwen Rechts- und Finanzwissenschaften, trat 1914 in die belgische Armee ein und fiel 1916 in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Nach Kriegsende promovierte er in Löwen zum Dr. jur. und schloß daran ein einjähriges Studium an der amerikanischen Universität Princeton, das er mit der Promotion zum Dr. phil. abschloß.

Im Jahre 1922 trat er in die belgische Nationalbank ein, deren Vizegouverneur er 1926 wurde. Im Jahre 1928 übernahm er eine Professur an der Universität Löwen und gründete dort das Institut für Weltwirtschafts-Wissenschaften.

Schon seit 1920 hatte er an fast allen internationalen Konferenzen über Wirtschafts- und Finanzprobleme teilgenommen und so wurde er im Jahre 1934 erstmals als Minister ohne Geschäftsbereich in die Regierung Broqueville berufen. Am 25. März 1935 bildete er sein erstes Kabinett, in dem er neben dem Vorsitz auch das Außenministerium übernahm. Am 13. Juni 1936 ...